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Die Frauenbewegung hat einen starken Einfluss auf die Rolle und die Rechte der Frauen in Griechenland gebracht. Abtreibung wurde legalisiert, Scheidung vereinfacht, Frauen können nach der Heirat ihren Mädchennamen beibehalten, die Erfordernis der Mitgiftzahlung an den Ehemann wurde ungesetzlich. Griechenland stand lange unter dem Einfluss des Orients, auch im Bezug auf die Rolle der Frau. Es war lange Zeit ein Schandfleck für die Männlichkeit und Versorgungsfähigkeit des Mannes, wenn die Ehefrau gezwungen war zu arbeiten. Frauen werden in der griechischen Gesellschaft dazu erzogen, ihre Männer zu verwöhnen. Inzwischen hat sich die Lage verbessert; eine Frau kann ohne Mitgift heiraten, Ehebruch ist kein kriminelles Vergehen mehr und Paare können zwischen kirchlicher und standesamtlicher (politischer) Ehe wählen.
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Die Hälfte der griechischen Frauen ist berufstätig. Die Verantwortlichkeit für Haus und Familie liegt jedoch nach wie vor bei der Frau, auch wenn sie berufstätig ist. Die beliebtesten Beschäftigungen für Frauen sind im Behördendienst oder in regierungseigenen Betrieben. Es ist verfassungsmäßig unmöglich aus dem Behördendienst entlassen zu werden, deshalb ersetzt eine solche Stelle die Mitgift von Geld oder Besitztum und ist das wertvollste Guthaben, das ein lediges Mädchen mit in die Ehe einbringen kann. Ehe und Familie haben Vorrang vor fast allen Karrieren und Frauen werden von anderen an dem gemessen, was im sie Haus als Hausfrauen und Mütter leisten und nicht an dem, was sie beruflich vollbringen. In einigen Dörfern besorgen die Frauen noch immer die Feldarbeit, bringen die Ernte ein, hüten die Schafe und schleppen die schwersten Lasten, während die Männer kaffeeschlürfend und kartenspielend unter schattigen Bäumen sitzen. In ganz Griechenland ist das Kaffeehaus den Männern vorbehalten und eine Frau wird dort genauso angestarrt, als wenn sie mit langen Hosen die Dorfstraße entlang geht.
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Die Rolle der Ehefrau wird immer noch dem Ledigsein vorgezogen. Nur wenige griechische Frauen glauben, ihre Lebensaufgabe erfüllt zu haben, wenn sie nicht einen Sohn geboren haben. ''Mögest Du männliche Kinder und weibliche Schafe haben'' lautet ein Trinkspruch aus den Bergen der Sfakia. In der Rolle der Mutter genießt die griechische Frau Verehrung, Macht und Liebe. In Griechenland ist die Mutter geheiligt. Die schlimmste Beleidigung für einen Griechen, ist eine verächtliche Bemerkung über seine Mutter. Die Machthierarchie in griechischen Familien kann an Frühlings- und Sommerabenden in den Straßen beobachten. Bei diesen ''Perípato'' genannten Spaziergängen geht meist der Mann etwas voraus und spielt mit seinem Kombolói (Perlenschnur) ohne sich umzudrehen, ob ihm Weib und Kinder gehorsam folgen. Die Mehrheit der griechischen Frauen betrachtet die Vorherrschaft des Männlichen als Teil der natürlichen Ordnung. Sogar die Namen der Kinder reflektieren die Wichtigkeit des Ehemannes. Der erstgeborene Sohn wird immer nach dem Vater des Vaters benannt.
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Nur bei Kindern kann man etwas für die griechische Gastfreundschaft zurückzahlen. In Griechenland leben nur wenige alte Leute alleine. Es ist die Pflicht der Kinder, ihr Haus mit den Eltern zu teilen, solange sie leben und die alten Leute werden respektiert und sind nützliche Familienmitglieder. Diese starke Bindung an die Familie und entfernte Verwandte, sind auf das rauhe, unfruchtbare Land zurückzuführen. Kein Mensch kann es alleine bestellen. Er braucht die Unterstützung seiner Söhne, Töchter oder Verwandten.
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