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15.     Stichwortverzeichnis
15.10.     Endemismus


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In der Biologie verwendeter Begriff für das Vorkommen von Lebewesen in einem begrenzten Gebiet; Arten, auf die dieses Merkmal zutrifft, bezeichnet man als endemische Arten oder Endemiten. Die Ursachen für Endemismus sind entweder ein abgeschlossenes Vorkommensgebiet oder fehlende Ausbreitungsfähigkeit. Meist ist das räumliche Gebiet, auf den sich der Endemismus bezieht, vom Prinzip her eine Art Insel, doch kann diese ganz unterschiedliche Ausdehnung haben: Ein Lebewesen kann nur auf einer einzigen Bergspitze, in einem ganzen Gebirgszug oder einem Flusssystem vorkommen, auf einer einzigen Insel oder aber auf einem ganzen Kontinent. Im Allgemeinen gilt der Begriff für Arten, doch er kann sich auch auf Unterarten, Gattungen, Familien oder andere Klassifikationsebenen (siehe Systematik) beziehen; dies hängt von der Betrachtungsweise ab.
 
Gebiete mit ausgeprägtem Endemismus, das heißt mit einer großen Anzahl endemischer Arten, sind für den Naturschutz von maßgeblicher Bedeutung, denn der Verlust (die Zerstörung) oder die grundlegende Veränderung solcher Gebiete wird das Aussterben einer beträchtlichen Anzahl von Arten zur Folge haben. Endemismus ist das Resultat einer Kombinationswirkung von Evolution und geographischer Isolation. Wenn eine Tier-, Pilz- oder Pflanzenpopulation (siehe Populationsbiologie) - prinzipiell gibt es auch Endemiten unter den Mikroorganismen, doch werden diese nur selten daraufhin untersucht - über längere Zeit von anderen Populationen der gleichen Art isoliert ist, durchläuft sie eine unterschiedliche evolutionäre Entwicklung aufgrund der andersartigen Umweltbedingungen auf der "Insel" ihres Vorkommens.
 
Dauert die räumliche Trennung lange genug an und sind die Möglichkeiten der genetischen Veränderung dieses Organismus ausreichend groß, kann diese Entwicklung schließlich zur Herausbildung einer neuen Art führen, die sich mit den anderen Populationen der ursprünglichen Art nicht mehr fortpflanzen kann. Ein Beispiel für eine solche Situation bzw. eine räumliche Trennung liegt etwa dann vor, wenn im Ozean eine neue (auch künstliche) Insel auftaucht, die von den umliegenden Gebieten her besiedelt wird. Solche Ereignisse können aber auch eintreten, wenn ein ehemals gleichförmiger und zusammenhängender Lebensraum durch langfristige klimatische oder geologische Veränderungen zerteilt wird. Beispiele sind die Gebirgsbildung, die ein Flusssystem verändert und zerschneidet, die Entstehung eines neuen Vulkans oder auch eine allmähliche klimatisch bedingte Austrocknung, die ein ehemals geschlossenes Waldgebiet auf mehrere, kleine Waldinseln reduziert.



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