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0.     Inhalt Inhalt
 
3.     Geographie
3.6.     Klima und Bodenverhältnisse


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Kreta ist mit seinen ca. 300 Sonnentagen im Jahr eine der sonnenreichsten Inseln im Mittelmeer. Schon der griechische Arzt Hippokrates empfahl das kretische Klima als besonders angenehm und milde. In der Antike fuhren viele begüterte Festlandsgriechen nach Kreta zur Kur, wovon verschiedene besonders an der Südküste freigelegte Asklépeia (dem Gott der Heilkunst, ''Asklépios'', geweihte Tempel, die mit Thermen und sonstigen Kuranlagen kombiniert waren ) Zeugnis ablegen. Der griechische Kalender kennt eigentlich nur zwei Hauptjahreszeiten: ''to Kalokéri'' = die Schönwetterzeit und ''o Chimónas'' = die Regenzeit. In der von Ende April bis Mitte Oktober dauernden Schönwetterzeit ist es heiß und trocken, während die Regenzeit durch heftige, teilweise sich durch Gewitterstürme entladende Niederschläge charakterisiert ist.
 
Frühlingshahnenfuss Die unserem Herbst und Frühjahr entsprechenden Übergangszeiten sind nicht besonders ausgeprägt. Das Ende der Regenzeit zeichnet sich durch eine unbeschreibliche Blütenpracht aus. Weil die Erdnymphe Krete so intensiv mit dem Sonnengott Helios techtelte, muss ihre Insel bis zum heutigen Tag die Folgen tragen. Noch immer ist er für sie entbrannt und überschüttet sie mit durchschnittlich dreihundert Sonnentagen im Jahr, was den Touristen freut und die Pflanzen im Sommer die Köpfe hängen lässt. Die Insel liegt in einer Zone subtropischen Klimas und ist vor allem während der Türkenzeit und sicher auch schon früher weitgehend entwaldet worden, was mit dazu führte, dass die Regenfälle fast ganz auf das Winterhalbjahr beschränkt bleiben. Durch das auf die Entwaldung folgende Abschwemmen des ehemaligen Humusbodens, ist das Land zu einem beträchtlichen Teil für den landwirtschaftlichen Anbau unrentabel oder ganz unbrauchbar geworden. Diese Misère kommt zum großen Teil auch daher, dass der im Winter fallende Regen nicht über Monate gespeichert werden kann, und somit nicht im Sommer für Bewässerungszwecke zur Verfügung steht. Wassermangel ist eines der Hauptprobleme der Insel.
 
Es lassen sich vier Klimazonen unterscheiden:
 
Kreta liegt am Kreuzungspunkt von vier großen Wettersystemen - im Sommer kommt die Insel zwischen das Azorenhoch und das Indo-Persische Tief. Der Austausch zwischen diesen beiden Systemen führt zu den konstanten nordwestlichen Sommerwinden, die man Meltémia oder mit der alten Bezeichnung Etésien nennt. Diese Winde bringen trockenes, sonniges und oft dunstiges Wetter. Obwohl die saisonalen Winde aus festgelegten Richtungen kommen, verursachen die kompliziert gebauten Berge Kretas Regenschattengebiete und regenreiche Gebiete. Dieses sehr unterschiedliche Mikroklima der Insel trägt vor allem zur Vielfalt der kretischen Florengesellschaft bei. Im Winter liegt Kreta zwischen dem nordatlantischen Tief und und dem Hochdruckgürtel über Südwestasien und Nordafrika.
 
Uralte Eichen oberhalb Amari Je nach Höhen- und Küstenlage durchläuft es sämtliche Stufen vom subtropischen Klima über ein mehr mediterranes bis zu ausgesprochenem Gebirgsklima. Die erste Klimazone stellt die Nordküste dar, auf die im Sommer von Norden her der stetige und erfrischende Meltemi weht. Im Juli und August liegen die Tagestemperaturen bei 27 °C. Nachts kühlt es sich nur auf etwa 20°C ab. In Chaniá regnet es mit 100 Tagen im Jahr doppelt so häufig wie in Sitía. Die Weißen Berge fangen die Wolken ab und lassen sie ausregnen. Entsprechend grün ist die Landschaft Westkretas. Die zweite Klimazone sind die Berge Kretas, windig und kühl im Sommer, schneereich im Winter. Ab 1.400 m glitzern die Berge im Winter unter einer weissen Decke. Der letzten Schneereste schmelzen im Mai, in geschützten Lagen hält er sich bis Ende Juli. 1992 fiel Schnee bis in die Küstenniederungen. Eine dritte Klimazone bildet die Südküste, einschließlich der Messará-Ebene, mit äußerst trockenen Sommern und milden Wintern. Die vierte und letzte Klimazone umfasst den Südostzipfel der Insel von Zákros bis Arví, der mit seinem subtropischen Klima sogar Bananenanbau ermöglicht.
 
SüdküsteSchlechtwetterzonen entstehen im Seegebiet westlich Kretas und bewegen sich ostwärts über die Insel. In diesem Seegebiet mischt sich kalte, trockene Festlandsluft mit feuchter, warmer Seeluft. Wolkige Tage mit intensivem Regenfall wechseln mit Tagen von herrlichem Sonnenschein und kristallklarer Luft. Die Niederschläge erhöhen sich in der Regel mit zunehmender Höhe und nimmt von West nach Ost und von Nord nach Süd ab und von der Küste Richtung Inland zu. Von den Spitzen der Weißen Berge mit 2.000 mm/Jahr nimmt der Niederschlag bis in die Südostecke auf 240 mm/Jahr ab. Es gibt wenigstens 85 Wetterstationen auf der Insel, aber die meisten arbeiten weniger als 20 Jahre.
 
Die Aufzeichnungen reichen von Paläá Roúmata (Kíssamos Kastélli) mit einem Durchschnitt von 1.429 mm/Jahr über Chaniá 671 mm/Jahr, Iráklion 501 mm/Jahr bis nach Ierápetra mit 432 mm/Jahr.

In Ierápetra an der östlichen Südküste werden im Januar durchschnittlich 13°C gemessen. Die Stadt ist der winterwärmste Ort Griechenlands, was sich nicht nur bei den Zugvögeln herumgesprochen hat, die hier teilweise überwintern. Das Ende der Regenzeit kündigt sich an der Südküste mitunter durch einen Scirocco an, den heißen afrikanischen Wüstenwind. Der Wind treibt oft dichte Wolken roten Wüstensandes vor sich her, so dass der Regen als roter Niederschlag fällt, der von der Bevölkerung als böses Omen gedeutet wird. Temperaturen von mehr als 40°C sind im Sommer keine Seltenheit für Ierápetra. Iráklion und die Badeorte der Nordküste haben ein typisch mediterranes Klima. Die Monate Dezember bis März haben teilweise Temperaturen unter 15°C.

Durchschnittstemperaturen im Januar 12,3°C. Zu dieser Jahreszeit ist die Meerestemperatur um 2-3°C höher als die Lufttemp.

 
SonnenuntergangKulminationspunkt der von November bis März dauernden Regenzeit ist Dez/Jan. Sintflutartige Regengüsse, die von Gewittern begleitet werden wechseln mit Schönwetterphasen von strahlend blauem Himmel und schneebedeckten Bergen, während in der Ebene die Orangen reifen. In den sieben langen Sommermonaten hat man diese klaren Fernblicke nicht mehr. Die Durchschnittstemperatur steigt von 17°C im April auf ein Maximum von 26°C im Jul/Aug und fällt dann langsam wieder ab, bis sie im November erneut 17°C erreicht hat. Die Tagestemperaturen im Hochsommer liegen bei 16-32°C mit der heißesten Zeit um Mittag.
 
Da die relative Luftfeuchtigkeit 60% nicht übersteigt, sind diese Temperaturen erträglich. Außerdem wehen in den Sommermonaten an der Nordküste ständig die Meltémia (auch als Etésien bekannt), angenehme, teils böige Winde aus Nord bis Nordwest, die einen die Intensität der Sonnenstrahlen beim Baden leicht unterschätzen lässt. Man sollte in der heißen Jahreszeit wie die Einheimischen mittags eine Siesta einlegen. Um so erfrischter kann man dann am Spätnachmittag an der Volta teilnehmen. In den höheren Lagen ist die Schönwetterperiode wesentlich kürzer. Nehmen wir als Beispiel das auf 710-790m hoch gelegene Dorf Anógia in der Nähe des Psilorítis, beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Klettertouren.
 
Die sommerlichen Durchschnittstemperaturen liegen zwar nur geringfügig unter denen von Iráklion, im Winter jedoch ist es empfindlich kalt und Frosttage sind nichts seltenes. Der größte Klimaunterschied zeigt sich aber bei der Niederschlagsmenge. Der Jahresdurchschnitt von Anógia liegt mit 1115 mm um mehr als doppelt so hoch wie der von Iráklion mit 490 mm. (Ágios Nikólaos hat nur 440 mm ). Die Regenzeit dauert in Anógia von Oktober bis Mai, d.h. der Sommer dauert hier nicht länger als vier Monate.
 
Tabelle mit Durchschnittstemperaturen für Iráklion, basierend auf den Unterlagen des Hydrologischen Institutes Athen .
 
Monat Luft
Temperatur
Wasser
Temperatur
Sonne
Stunden / Tag
Luft
Feuchtigkeit
Regentage
Januar 12,3 ° C 15,2 ° C 4 69 % 14
Februar 12,3 ° C 15,4 ° C 5 67 % 12
März 13,9 ° C 16,0 ° C 6 65 % 7
April 16,8 ° C 18,7 ° C 8 60 % 4
Mai 20,1 ° C 20,6 ° C 10 60 % 3
Juni 24,0 ° C 24,0 ° C 12 58 % 1
Juli 26,2 ° C 25,9 ° C 13 58 % 0
August 26,2 ° C 25,6 ° C 12 58 % 0
September 23,7 ° C 24,4 ° C 10 60 % 2
Oktober 20,7 ° C 22,5 ° C 7 63 % 5
November 17,5 ° C 18,9 ° C 5 67 % 8
Dezember 14,2 ° C 16,1 ° C 4 70 % 13
 
Höchste Temperatur, die jemals in Iráklion gemessen wurde: 16. Juni 1914 45,7°C. Niedrigste Temp. 28.2.1928 0,1°C



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