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Die über 3.000 Höhlen und Grotten mit ihren reichen Tropfsteinbildungen verdanken ihre Entstehung ebenfalls der Kraft des Wassers. Höhlen wurden von Hirten und Flüchtlingen genutzt; sie waren Heiligtümer und Schafstellen, Lagerorte, Gefängnisse und Hinrichtungsstätten. Nur 12 Höhlen haben eine Tiefe von mehr als 200 m. Obwohl überall im Gebirge klare und kräftige Quellen sprudeln, ist die Wasserversorgung eines der größten Probleme auf der Insel. Von den vielen Wasserläufen der Insel führt nur der ''Geropótamos'' in der Messará-Ebene das ganze Jahr über Wasser. Die übrigen sind nur während der Schneeschmelze reißende Flüsse, sonst ausgetrocknete Geröllbetten. Insgesamt ist Kreta heute recht wasserarm, zumal auch wasserspeichernde Wälder fehlen. Vor allem in den städtischen Ballungsgebieten der Nordküste ist die Versorgung mit Trinkwasser noch nicht zufriedenstellend gelöst. An der Südküste trifft man heute noch auf Dörfer, die nur Zisternenwasser kennen.
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Die Römer versuchten das Problem der Wasserversorgung dadurch zu lösen, dass sie das Wasser in kilometerlangen Röhren und Kanälen von den Bergen bis zu ihren Siedlungen leiteten. Unter den Venezianern erhielt die Stadt Iraklion ihr Trinkwasser aus der Gegend von Archanes über einen 15 km langen Aquädukt, dessen Endstück der heute noch existierende Morosinibrunnen im Stadtzentrum ist. Neben dem einzigen Süßwassersee auf Kreta dem Kournás-See bei Réthimnon, gibt es als besondere Eigentümlichkeit drei jeweils den drei großen Gebirgsmassiven zugeordnete Quellen, deren Wasser unterirdisch bis in die Nähe des Meeres gelangt, wo es mit Salzwasser vermischt halb salzig halb süß an die Oberfläche sprudelt und ''Almíros'' genannte Wassertümpel bildet. Der ''Almíros'' des Psilorítis liegt ca. 10 km westlich von Iraklion an der Straße nach Rógdia und war früher eine Idylle mit alten venezianischen Mühlen. Er wird zur Zeit entschlammt und falls die Wasserentsalzung gelingt, soll er für die Trinkwasserversorgung Iráklions verwendet werden. Der Almíros der Lévka Óri kommt am Golf von Georgioúpolis an die Oberfläche, während der Almíros des Diktigebirges östlich von Agios Nikólaos zutage tritt.
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