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Die geographische Lage der Insel hat in den vergangenen 4.000 Jahren das historische Schicksal Kretas bestimmt. Im Rahmen der Geographie Europas, kommt Kreta eine einmalige Stellung zu, da es fast gleich weit von drei Kontinenten entfernt ist. Das Kap Spátha, der nordwestlichste Punkt der Insel, ist kaum 100 km vom Kap Maleas, der Südostspitze des Peloponnes entfernt. Die Halbinsel Sídero, das nordöstliche Kap Kretas, liegt in einer Entfernung von knapp 200 km zum kleinasiatischen Festland. Von der Südküste sind es nur ca. 300 km Luftlinie bis nach Nordafrika. Kreta bildet eine natürliche Brücke zwischen den drei Kontinenten Asien, Europa und Afrika. Während die Südküste eine äußerst dünne und sporadische Besiedlung aufweist, liegen alle großen Städte, Häfen und Flugplätze an der Nordküste. 75% der Bevölkerung wohnen an der nördlichen Seite und die restlichen 25% sind auf die übrigen Gebiete verteilt. Die starke geographische Zergliederung der Insel vor allem durch die Schluchten, hat bis auf den heutigen Tag den Bau einer Eisenbahn verhindert.
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Kreta heißt im Griechischen ''i Kríti'', ist also weiblichen Geschlechtes. Die Insel trägt ihren Namen in Erinnerung an ''Krete'', eine Tochter der ''Europa'' und des Königs ''Astérios''. Mit dem kretischen Herrscher vermählte Zeus die phönizische Königstochter, nachdem sie ihm die Söhne '' Minos, Rhadamanthys und Sarpedon'' geboren hatte.
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Kreta liegt zwischen dem 34. und 35. Breitengrad, auf der Höhe von Tunesien und Syrien und ist damit die südlichste Insel Europas und fast gleich weit von Europa, Asien und Afrika entfernt. Man kann die Insel als ''Wiege der abendländischen Kultur'' bezeichnen, da hier vor 4.000 Jahren die erste europäische Hochkultur entstand, die nach dem legendären König Minos ''Minoische Kultur'' benannt wurde. Immer war die Insel wegen ihrer strategisch günstigen Lage erbittert umkämpft. Nach dem Zusammenbruch des minoischen Reiches, kamen verschiedene griechische Stämme, die später von den Römern, Byzantinern, Sarazenen, Venezianern und Türken abgelöst wurden. Erst 1898 wurde Kreta vorübergehend unabhängig, schloss sich aber 1913 dem griechischen Mutterland an, durch dessen Bündnispolitik es vor allem im 2. Weltkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.
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Das äußere Erscheinungsbild der 260 km langen und zwischen 15 und 56 km breiten Insel kann treffend mit einer Schnecke verglichen werden, die von Ost nach West kriecht, wobei die zum griechischen Festland ausgestreckten Fühler die Halbinseln Gramvoussa und Rodopoú sind. Kreta wird durch 4 mächtige Gebirgsmassive beherrscht, die das Rückrat der Insel bilden. Am markantesten sind die in Westkreta liegenden weißen Berge, ''Lévka Óri''. Im Winter vom Schnee und im Sommer von dem sehr hellen Geröll des Kalksteins geprägt. Der höchste Berg hier ist der 2.452 m hohe Pachnes. Aber auch die meisten anderen der 111 Gipfel sind über 2.000 m hoch. Zentralkreta wird bestimmt durch das sowohl von Rethimnon als auch von Iraklion aus sichtbare Ida-Massiv, ''Óros Ídi'', mit dem höchsten Punkt der Insel, dem 2.456 m hohen Timiós Stavrós, der auch Psilorítis genannt wird.
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Im östlichen Mittelkreta liegt das Lassithi Gebirge, ''Lassithiótika Wouná'', das nach seinem höchsten Berg Dikti ( 2.148 m ), auch Dikti-Massiv genannt wird. Ganz im Osten liegt das Sitía-Gebirge (''Óros Sitías'') mit dem lediglich 1.476 m hohen Aféndis Stavroménos. Daneben gibt es noch kleinere Gebirge: die drei westlichen Halbinseln von Gramvoússa, Rodopoú und Akrotíri. In Zentralkreta liegen zwei langgestreckte Gebirge vor den Küsten. Im Norden die Kouloúkonas und im Süden die Asteroússia Berge. Die 4 Hauptmassive senken sich flach nach Norden ab. Im Süden dagegen fallen die Gebirge steil ins Libysche Meer ab, dem die Insel sozusagen den Rücken zuwendet. Alle größeren Häfen und Städte liegen an der Nordküste. Kreta wendet sein Gesicht dem griechischen Festland und Europa zu. Die stark verkarsteten und waldarmen Gebirge sind in den höheren Lagen allenfalls als Weideland nutzbar, auf mittleren Lagen wird Terrassenanbau betrieben. Wirklich fruchtbar sind nur die Ebenen.
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